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	<title>Maik Baumgärtner - politischer Journalismus</title>
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	<description>Recherche, Artikel, Sendungen und Beiträge zum Themenfeld Innenpolitik, mit dem Schwerpunkt Extreme und Neue Rechte. Freier Journalist Maik Baumgärtner.</description>
	<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 12:04:59 +0000</pubDate>
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		<title>Braunes Fußball-Event</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 12:04:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Baumgärtner</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Greiz/Thüringen – Am vergangenen Wochenende fand erneut das so genannte  „Rudolf Heß Gedenkturnier“ im Vogtland statt. Rund 100 Neonazis aus  Bayern, Thüringen und Sachsen traten bereits zum zehnten Mal zu Ehren  des Hitler-Stellvertreters gegeneinander an.
Auf der Landstraße zwischen Tschirma und Lehnamühle in der Nähe von  Greiz herrschte vergangenen Samstag reges Treiben. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Greiz/Thüringen – Am vergangenen Wochenende fand erneut das so genannte  „Rudolf Heß Gedenkturnier“ im Vogtland statt. Rund 100 Neonazis aus  Bayern, Thüringen und Sachsen traten bereits zum zehnten Mal zu Ehren  des Hitler-Stellvertreters gegeneinander an.<span id="more-366"></span></p>
<p>Auf der Landstraße zwischen Tschirma und Lehnamühle in der Nähe von  Greiz herrschte vergangenen Samstag reges Treiben. Die Polizei hatte auf  der kleinen Straße zwei Kontrollpunkte errichtet und durchsuchte PKWs  in denen sie Neonazis vermutete. Während die ersten Fahrzeugkolonnen aus  Bayern, Sachsen und Thüringen bereits kontrolliert wurden, sammelten  sich etwa 30 vor allem jüngere Neonazis an einem Schleusungspunkt an  einer Tankstelle in Greiz, um den Weg zum Austragungsort des sogenannten  „Rudolf Heß- Gedenkturniers“ zu erfahren.</p>
<p>Nachdem die Neonazis ihre Autos auf einem durch Absperrband  markierten Acker abgestellt hatten, liefen sie – mit großen Sporttaschen  bepackt – in Richtung des provisorischen Fußballplatzes.</p>
<h2>Als „Privatveranstaltung“ deklariert</h2>
<p>Gegen Mittag hatten sich rund 100 Teilnehmer auf dem privaten  Austragungsgelände – auf dem neben eigens aufgebauten Toren auch ein  großes Zelt und ein Bierwagen standen – eingefunden, die meisten in  einschlägiger Szenekleidung. Bereits im vergangenen Jahr fand das als  „Privatveranstaltung“ deklarierte und vom thüringischen Neonazi Thomas  Meisser angemeldete Turnier auf diesem Gelände statt, damals allerdings  nur mit 50 Personen. Auch in diesem Jahr soll der ehemalige Greizer  NPD-Kreisvorsitzende Meisser für das vogtländische Szene-Event  verantwortlich gezeichnet haben.</p>
<p>Als Veranstalter erhöht Meisser seine Reputation innerhalb der  Kameradschaften, ob er auch finanziell davon profitiert, ist unklar. Im  sächsischen Netzschkau betreibt er den Laden „Nordlicht“, in dem sich  Neonazis aus dem Vogtland mit Textilien und Musik versorgen. Durch eine  Kreditübertragung aus dem Familienkreis in Höhe von 30 000 Euro konnte  er den Laden 2009 eröffnen, doch mittlerweile sollen die Geschäfte nicht  mehr so gut laufen.</p>
<h2>Anbindung junger Mitläufer</h2>
<p>Das Turnier zu Ehren des Hitler-Stellvertreters Heß fand bereits zum  zehnten Mal statt. In den ersten Jahren konnte das braune Fußballfest  noch auf öffentlichen Sportplätzen durchgeführt werden, doch  mittlerweile haben sich die Veranstalter auf private Grundstücke  zurückgezogen.</p>
<p>Durch diesen Rückzug ins Private können die Neonazis fast ungestört  ihren Heß-Kult ausleben und verdeutlichen zudem, über welche  Infrastrukturen sie in der Region verfügen. Darüber hinaus stärkt es die  bundeslandübergreifende Vernetzung der Kameradschaften und dient der  Anbindung junger erlebnisorientierter Mitläufer an organisierte  Neonazi-Strukturen.</p>
<p>Ein Beitrag für den &#8220;<a href="http://www.bnr.de" target="_blank">blick nach rechts</a>&#8220;.</p>
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		<title>„Patrioten“ im Plattenbau</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Aug 2010 15:54:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Baumgärtner</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Die islamfeindliche „Bürgerbewegung pro Deutschland“ hat jetzt ein Büro  in Berlin eröffnet. In einer Pressekonferenz stellte die Partei ihre  Pläne für den Berliner Wahlkampf im kommenden Jahr vor und kündigte die  erste öffentliche Veranstaltung in den neuen Räumen an.
Lange hat die Suche der „Bürgerbewegung pro Deutschland“ nach  geeigneten Räumlichkeiten für ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die islamfeindliche „Bürgerbewegung pro Deutschland“ hat jetzt ein Büro  in Berlin eröffnet. In einer Pressekonferenz stellte die Partei ihre  Pläne für den Berliner Wahlkampf im kommenden Jahr vor und kündigte die  erste öffentliche Veranstaltung in den neuen Räumen an.<span id="more-363"></span></p>
<p>Lange hat die Suche der „Bürgerbewegung pro Deutschland“ nach  geeigneten Räumlichkeiten für ein „Hauptstadtbüro“ gedauert, nun hat  sich die Partei in einen Plattenbau im Bezirk Marzahn-Hellersdorf  eingemietet. Die ursprünglichen Pläne in einer repräsentativen Immobilie  in Berlin-Mitte unterzukommen, sind damit gescheitert. Während einer  Pressekonferenz am Donnerstag räumte der Vorsitzende von „pro  Deutschland“ Manfred Rouhs ein, dass es bei der Suche nicht nur viele  Absagen gehagelt habe, sondern auch die „sehr günstigen Mietpreise“  ausschlaggebend für das jetzige Büro gewesen seien. Ebenso habe ein  Berliner Polizeibeamter und „Mitstreiter der Partei“ empfohlen, aus  „Sicherheitsgründen“ nach Marzahn-Hellersdorf zu ziehen.</p>
<p>In der Pressekonferenz, die von Rouhs in Anwesenheit des  Pressesprechers Manfred Müller und des hauptamtlichen Geschäftsführers  Lars Seidensticker geleitet wurde, ging es vor allem um eine aktuell  geführte Postkartenkampagne und die Gründung von Kreisverbänden in der  Hauptstadt. Nach eigenen Angaben hat vor wenigen Wochen die Verteilung  von insgesamt 1,5 Millionen Postkarten an die Berliner Haushalte  begonnen.</p>
<h2>„Kölner Modell“ auf Berlin übertragen</h2>
<p>Inhaltlich bleibt „pro Deutschland“ mit der Postkarte seinem  rassistischen Muster treu: Sie richtet sich gegen einen Beitritt der  Türkei in die Europäische Union und warnt vor einer „perspektivlosen  Jugend“ und anderen „nicht integrierbaren Menschen“. Durch diese  Verteilaktionen, persönliche Ansprachen, Aufkleberkampagnen und  Infostände hofft  „pro Köln“ Stadtratsmitglied Rouhs das „Kölner Modell“  auf Berlin übertragen zu können.</p>
<p>Derzeit arbeitet die Partei an der Gründung von Kreisverbänden in den  einzelnen Bezirken, wobei der Schwerpunkt auf Neukölln, Mitte und  Marzahn-Hellersdorf liegt. Ob man es tatsächlich schafft, mit bisher 180  Mitgliedern, bis zu den Wahlen im kommenden Jahr in allen Stadtteilen  vertreten zu sein, sei im Moment noch „unklar“ erklärte Rouhs.</p>
<h2>Gelegentlicher Kontakt zum früheren Hoffnungsträger</h2>
<p>Die meisten Mitglieder habe man in Neukölln um den „pro  Deutschland“-Aktivisten Ehssan Khazaeli scharen können, mit rund 40  Personen soll dort der erste Kreisverband aus der Taufe gehoben werden.  Wie auf dem Bundesparteitag vor wenigen Wochen im Rathaus Schönberg  deutlich wurde, gehört Khazaeli zu einer nicht unumstrittenen Fraktion,  die eine Zusammenarbeit mit den bürgerlichen Parteien anstrebt und die  Partei thematisch öffnen möchte.</p>
<p>Kaum ein Wort verlor Rouhs über Patrik Brinkmann, den ehemaligen  Hoffnungsträger der Rechtspopulisten. Man stehe „gelegentlich  miteinander in Kontakt“. Insgesamt kann „pro Deutschland“ mit 100 000  Euro von Brinkmann rechnen, wovon aber lediglich ein kleiner Teil in den  kommenden Wahlkampf fließen kann: Denn das Geld stammt von  Verbindlichkeiten, die „pro NRW“ gegenüber dem schwedischen Unternehmer  hat und ist in den kommenden vier Jahren in Raten zu je 25 000 Euro zu  zahlen.</p>
<h2>Weitere Veranstaltungen im „Hauptstadtbüro“</h2>
<p>So bleibt für 2011 nicht nur offen, wie der Wahlkampf finanziert  werden soll, im Moment ist sogar unklar ob „pro Deutschland“ in den  gerade bezogenen Räumen bleiben kann. Aus der zuständigen Hausverwaltung  hieß es, dass Rouhs die Räume für seinen Verlag anmietete und nie die  Rede von einer Untervermietung an seine Partei gewesen sei. Rouhs  bestreitet das und sieht einem zu erwartenden Rechtsstreit gelassen  entgegen.</p>
<p>Daher bewirbt er auch weiterhin eine für kommenden Donnerstag  angekündigte Veranstaltung mit dem umstrittenen Referenten Prof.  Menno  Aden, Vorsitzender der rechtslastigen „Staats- und  Wirtschaftspolitischen Gesellschaft“ aus Hamburg, mit dem Titel  „Deutscher Patriotismus im heutigen Europa“. Weitere Veranstaltungen im  „Hauptstadtbüro“ wurden bereits angekündigt.</p>
<p><em>Ein Artikel für den <a href="http://www.bnr.de" target="_blank">&#8220;blick nach rechts&#8221;</a>.</em></p>
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		<title>Mode von „Lunikoff“</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Aug 2010 12:43:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Baumgärtner</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Hennigsdorf – Der einschlägig vorbestrafte Neonazi und Rechtsrocker  Michael „Lunikoff“ Regener macht jetzt in Klamotten. Seit einigen Tagen  ist der Online-Shop zum neuen Label „Hermannsland“ erreichbar.
„Entworfen im Knast – produziert im Inland“. Mit diesen Worten  bewirbt Michael „Lunikoff“ Regener die „Deutsche Wertarbeit“ der neuen  Klamottenmarke „Hermannsland“.
Die Idee für das Logo – [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hennigsdorf – Der einschlägig vorbestrafte Neonazi und Rechtsrocker  Michael „Lunikoff“ Regener macht jetzt in Klamotten. Seit einigen Tagen  ist der Online-Shop zum neuen Label „Hermannsland“ erreichbar.<span id="more-361"></span></p>
<p>„Entworfen im Knast – produziert im Inland“. Mit diesen Worten  bewirbt Michael „Lunikoff“ Regener die „Deutsche Wertarbeit“ der neuen  Klamottenmarke „Hermannsland“.<br />
Die Idee für das Logo – ein  stilisiertes Wikingerschiff mit Rune – kam dem Rechtsrocker nach eigenen  Angaben während seiner Haftzeit. In seiner Funktion als Frontmann der  Band „Landser“ war Regener wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen  Vereinigung zu drei Jahren Haft verurteilt wurden. „Lunikoffs“ Musik  genießt Kultstatus in der Szene, für viele Neonazis ist er ein Star.  Diesen Ruhm scheint er nun finanziell ausnutzen zu wollen.</p>
<p>Hinter dem Label „Hermannsland“, steht die Firma „Imperium Tex“ mit  Sitz im brandenburgischen Hennigsdorf. Der Geschäftsführer Alexander  Gast ist ein alter Weggefährte „Lunikoffs“. Gast war Mitglied der  Rechtsrock-Band „Spreegeschwader“ und betreibt in Hennigsdorf den  Szeneladen „On the Streets“. Er zeichnet auch für „Panzerbär Records –  Das Label aus der Reichshauptstadt“ verantwortlich.</p>
<p>Im bisher spärlichen „Hermannsland“-Sortiment finden sich neben  Schlüsselbändern und Gürteltaschen auch T-Shirts und Kapuzenpullover mit  Namen wie „Nebelland“, „Nordvolk“ und „Gottesrune“.</p>
<p>Eine Meldung für den <a href="http://www.bnr.de" target="_blank">&#8220;blick nach rechts&#8221;</a>.</p>
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		<title>Öffentlichkeitsarbeit</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Aug 2010 12:42:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Baumgärtner</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[In Kürze soll in Mecklenburg-Vorpommern eine neue Schulhof-CD der NPD  erscheinen. Der Kameradschaftsfunktionär und NPD-Aktivist David Petereit  bittet um Spenden für das neue Projekt und hofft auch auf eine  Verbreitung in anderen Bundesländern.
Mit kaum einem anderen Projekt gelang es der NPD in der Vergangenheit  soviel mediale Aufmerksamkeit zu erregen, wie mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Kürze soll in Mecklenburg-Vorpommern eine neue Schulhof-CD der NPD  erscheinen. Der Kameradschaftsfunktionär und NPD-Aktivist David Petereit  bittet um Spenden für das neue Projekt und hofft auch auf eine  Verbreitung in anderen Bundesländern.<span id="more-359"></span></p>
<p>Mit kaum einem anderen Projekt gelang es der NPD in der Vergangenheit  soviel mediale Aufmerksamkeit zu erregen, wie mit den so genannten  Schulhof-CDs. Die Auflagenzahl der verschiedenen Tonträger, die zwischen  2004 und 2009 kostenlos – vor allem im Wahlkampf - verteilt wurden,  soll in die Hunderttausende gehen. Hinzu kommt eine unbekannte Anzahl an  Downloads von den Internetseiten der Partei.</p>
<p>Kein Wunder also, dass nun der NPD-Landesverband  Mecklenburg-Vorpommern nachziehen möchte und eine eigene CD-Produktion  plant. Die Partei will sich offenbar bereits propagandistisch auf die  Landtagswahlen im September 2011 vorbereiten. Treibende Kraft im  Hintergrund scheint hier der NPD-Kommunalpolitiker David Petereit zu  sein, der als einer der führenden Köpfe der Mecklenburger  Kameradschaftsszene gilt. Er galt auch als wichtiger Kader der im Mai  2009 verbotenen Kameradschaft „Mecklenburgische Aktionsfront“ und  betreibt den völkischen „Levensboom“-Versand, über den in der  Vergangenheit verschiedene braune Musikprojekte ihre CDs  veröffentlichten.</p>
<p>Derzeit kursieren in der rechtsextremen Szene zwei Schreiben, die von  Petereit unterzeichnet sind. In einem wird um Spenden für die  CD-Produktion gebeten, im anderen wird den übrigen NPD-Landesverbänden  angeboten, die neue CD mit einem entsprechend angepassten Adressfeld für  ihre Öffentlichkeits- und Propagandaarbeit einzukaufen.</p>
<h2>14 Lieder „von Balladen bis Hardcore“</h2>
<p>Um die „Kosten für die Aktivisten, die diese dann verteilen gegen  null laufen zu lassen“, wird um Spenden an den Mecklenburger  NPD-Landesverband gebeten, für die es dann auch eine „Spendenquittung“  gibt, die von der „Steuer abgesetzt werden kann“. Anonyme Spender sollen  ihren Beitrag bei der nächsten „Tischsammlung reinhauen“. Im üblichen  und autoritären Ton weist Petereit darauf hin, dass „inhaltliche Fragen  zur CD“ nicht beantwortet werden, da „diese keine<br />
Diskussionsgrundlage ist.“</p>
<p>Insgesamt 14 Lieder „von Balladen bis Hardcore“ mit einer Spielzeit  von 55 Minuten werden sich auf der CD finden, die ohne Beiheft in einer  Papphülle verteilt werden soll. Für 3200 Euro können die übrigen  NPD-Landesverbände 10 000 CDs bei Petereit bestellen.</p>
<p>Zuletzt musste die Bundespartei 2009 den Tonträger „BRD vs.  Deutschland“ einstampfen lassen, da das neonazistische Musikprojekt  „Hassgesang“ die Melodie zu ihrem Stück „Brot und Spiele“ bei einer  anderen Band klaute, deren Rechte die „EMI Music Publishing Germany  GmbH“ (EMI) verwaltet. Eine Unterlassungsaufforderung der EMI wurde  sofort unterzeichnet und der weitere Vertrieb der CD eingestellt.</p>
<p>Ein Beitrag für den <a href="http://www.bnr.de" target="_blank">&#8220;blick nach rechts&#8221;</a>.</p>
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		<title>„Dorfgemeinschaft Jamel“</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Aug 2010 10:51:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Baumgärtner</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Am kommenden Samstag will der berüchtigte NPD-Politiker Sven Krüger  mitten in Jamel in Mecklenburg-Vorpommern auf dem Dorfplatz seine  Hochzeit feiern. Die Menschen dort leben in Angst. Am vergangenen  Wochenende hatten Neonazis das Vielfalt-Festival angegriffen.
Ein geschmückter Festsaal reicht ihm nicht. Neonazi Sven Krüger will  für seine geplante Hochzeitsfeier am kommenden Samstag den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am kommenden Samstag will der berüchtigte NPD-Politiker Sven Krüger  mitten in Jamel in Mecklenburg-Vorpommern auf dem Dorfplatz seine  Hochzeit feiern. Die Menschen dort leben in Angst. Am vergangenen  Wochenende hatten Neonazis das Vielfalt-Festival angegriffen.<span id="more-357"></span></p>
<p>Ein geschmückter Festsaal reicht ihm nicht. Neonazi Sven Krüger will  für seine geplante Hochzeitsfeier am kommenden Samstag den gesamten  Dorfplatz von Jamel in Anspruch nehmen. Um 14.00 Uhr soll es mit Kaffee  trinken und Volkstanz losgehen, nach dem Abendbrot wird die private  Feier des NPD-Paares dann zum „Dorffest“ mit Musik.</p>
<p>Krüger wollte schon immer das ganze Dorf. Jamel sollte es sein.  Dieser kleine, abgelegene Weiler in der Gemeinde Gägelow, unweit der  Ostsee. In der Dorfmitte wurde ein großer Findling aufgestellt auf dem  steht: „Dorfgemeinschaft Jamel – Frei Sozial National“.</p>
<h2>Wegweiser nach Braunau</h2>
<p>Kinder spielen in Indianer-Zelten im Ort, auf denen die Odalrune  gemalt ist, an einem Sandkasten hängt ein aufgemaltes Polizei-Schild.  „JA-MEL 88“ lautet ein selbstentworfenes Kennzeichen am schwarzen Pickup  vor Krügers Haus. Und am Dorfeingang von Jamel weist ein Holzpfahl mit  zahlreichen Wegweisern in Frakturschrift in Richtung ehemaliger  einschlägiger Orte wie Breslau, Königsberg und Braunau.</p>
<p>Schon Krügers Vater galt zu DDR-Zeiten im Dorf als Rechter. Die  Mutter führte einen Marktstand in Wismar. Den Sohn verschlug es in die  gewaltbereite braune Skinhead-Szene. Immer wieder musste er sich vor  Gericht verantworten. Mitte der 90er Jahre fing der Glatzkopf an  gemeinsam mit Kameraden die  übrigen Anwohner zu tyrannisieren.</p>
<h2>Ein Dorf in Angst</h2>
<p>Seine Anhänger siedelten sich seitdem im Dorf an. Sieben der zehn  Häuser sollen zu ihnen gehören. Die Rechtsextremisten feierten  Hitler-Geburtstage, beschmierten Wände mit Parolen, ängstigten mit  Drohgebärden und führten Wehrübungen im Wald durch. Selten  beschränkten  sie sich dabei auf Krügersches Privatgelände, hieß es. Die Medien  berichteten von einem Dorf in Angst. Eingeschüchterte Neubürger  verließen den Ort wieder.</p>
<p>Dann die offenkundige Wende: Ein mutiges Ehepaar aus dem Hamburger  Stadtteil St. Pauli übernahm den Forsthof am Rande des Dorfes.   Zivilcourage war nun auch in Jamel sichtbar. Das Paar hielt durch und  initiiert seit vier Jahren ein Konzert für kulturelle Vielfalt gegen  Rechts auf seinem Hof. Der Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern  Erwin Sellering übernahm die Patenschaft. Junge, alternative Menschen  trauten sich wieder ins Dorf – wenn auch nur unter dem Schutz  breitschultriger Wachleute, die das „Jamel rockt den Förster“-Festival  seitdem beschützen. Es wurde ruhig um Jamel. Das Interesse an Krüger und  seinen Umtrieben erlahmte.</p>
<h2>Riesiger Feuerscheit auf dem Dorfplatz</h2>
<p>Eine „neue Qualität der Bedrohung“ gab es am vergangenen Samstag, als  das vierte „Rock den Förster“-Festival in Jamel lief und zwei Rechte  Gäste angriffen. Polizeisirenen und Krankenwagen sorgten für Getuschel  im Dorf. Schnell sprach sich der Vorfall hinter vorgehaltener Hand  herum.</p>
<p>Dabei hatte alles wieder ganz friedlich begonnen. Fünf Bands spielten  seit Freitag jeweils an drei Tagen. Das Gelände des Forsthofs wurde  vorsorglich eingezäunt und  bewacht. Wie in jedem Jahr lud Neonazi  Krüger parallel dazu zum eigenen Fest mit riesigem Feuerscheit auf den  Dorfplatz. „Sah aus wie ein Scheiterhaufen“, gruselt sich ein älterer  Mann, der mit dem Fahrrad unterwegs war.  Rund 50 Krüger-Anhänger  reisten an, saßen am Feuer und sangen Lieder. Während es in den letzten  Jahren  trotz Provokationen ruhig geblieben war, eskalierte diesmal  die  Situation.</p>
<h2>Angreifer „renitent“ gegen die Beamten vorgegangen</h2>
<p>In den späten Abendstunden am 7. August sprangen zwei  Rechtextremisten über die Absperrungen zum Festivalgelände. Sie trugen  Shirts mit der Aufschrift: „Hier rocken wir!“, stellten sich an einen  Stehtisch, pöbelten, es kam zu Handgreiflichkeiten. Die Polizei  reagierte prompt auf den Notruf. Während Festivalgäste berichteten,  einem jungen Mann sei das Nasenbein gebrochen worden, sprach  Polizeisprecher Niels Borgmann auf Anfrage von „Schlägen“, das Opfer sei  „ambulant“ behandelt worden.</p>
<p>Einig sind sich Festivalgäste und Polizei jedoch darin, dass die  Angreifer „renitent“ beziehungsweise aggressiv gegen die eintreffenden  Beamten vorgegangen seien und auf Platzverweise nicht reagiert hätten.  So sei es laut Borgmann zur Verhaftung und Ingewahrsamnahme der beiden  gekommen. „Der hat hier doch Narrenfreiheit“ empört sich eine Frau aus  einem Nachbarort nach diesem Vorfall leise.</p>
<h2>Der freundliche Onkel beim NPD-Kinderfest</h2>
<p>In den letzten Jahren hatte Krüger ungestört das Geschäft aufgebaut.  Sein Abrissunternehmen mit dem Slogan „Die Jungs fürs Grobe“ (Im Logo  ein zerschlagener Davidstern) expandiert. Mittlerweile soll er fast ein  Dutzend Männer beschäftigen – zumeist Glatzköpfe wie er. Oft fahren  Geschäftsleute mit teuren Autos aus Wismar, Güstrow oder Ratzeburg durch  den Ort, steigen aus und verschwinden im rot getünchten Haus von  Krüger.</p>
<p>Aus dem Neonazi, der einst ein Jugendlager mit überfallen hatte,  wurde der freundliche Onkel beim NPD-Kinderfest in Grevesmühlen. Krüger  ist jetzt offiziell Politiker. Nach den Kommunalwahlen 2009 gelang es  Sven Krüger, für die NPD in den Kreistag von Nordwestmecklenburg  einzuziehen. Seine Partnerin, Mutter zweier kleiner Kinder, verzichtete  kürzlich als Nachrückerin „aus persönlichen Gründen“ auf ihr NPD-Mandat  zugunsten eines Kameraden ihres Mannes.</p>
<h2>Die Hochzeit als Meisterstück</h2>
<p>Im Gewerbegebiet in Grevesmühlen erwarb der Jungunternehmer einen  Teil des Betonwerks ausgerechnet vom örtlichen Bürgermeister, wie die  „Ostsee-Zeitung“ schrieb. Er verwandelte es in eine Festung mit Wachturm  und Zäunen und stellte es der NPD als Bürgerbüro zur Verfügung. Aus dem  rechten Skinhead Krüger ist ein völkischer Neonazi geworden. In  Zimmermannshosen und blauem Fischerhemd beteiligt er sich an  Aufmärschen.</p>
<p>Auch privat umgeben ihn die ehemaligen Anhänger der verbotenen  „Einheit Mecklenburg und Pommern“ der „Heimattreuen Deutschen Jugend“  (HDJ). Einer der jungen Studenten aus der HDJ  baut mit seinem Vater ein  Haus in Jamel. Ein anderer soll bei Krüger zur Miete wohnen. Am Samstag  werden sie wohl alle zur Hochzeit im Dorf erscheinen. Sven Krüger hat  keinesfalls  aufgegeben, „sein“ Dorf zu annektieren. Die Hochzeit könnte  sein Meisterstück werden.</p>
<p>Die wenigen kritischen Bürgerinnen und Bürger in Jamel und den  anliegenden Dörfern leben in Angst. Obwohl viele Menschen Einladungen im  Briefkasten hatten, trauen sie sich nicht zum völkischen Festgelage am  kommenden Wochenende. Die Braut soll bereits ein Mittelalterkleid  erworben haben. Doch Neugier zählt  nicht. Lieber wollen sie ihr Hab und  Gut bewachen, heißt es aus der Bevölkerung. Auf die Polizei möchte sich  niemand verlassen. Auch nicht auf die Behörden. Die unternehmen wenig,  sagen sie. Dabei melden Personen aus der Region immer wieder  Schussgeräusche, manche glauben, dass sie vom Krüger-Grundstück stammen.</p>
<p>Ein Hintergrundbericht für den <a href="http://www.bnr.de" target="_blank">&#8220;Blick nach Rechts&#8221;</a> in Zusammenarbeit mit Andrea Röpke.</p>
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		<title>Neonazis im Bürohaus Europa</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Aug 2010 09:20:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Baumgärtner</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Heimlich wollte die thüringische NPD über einen Mittelsmann einen  Bürokomplex in Bad Langensalza aufkaufen. Die Pläne wurden zwar bekannt,  die NPD quartiert sich aber bereits ein.
Sie hatten geglaubt, das Problem sei mit dem Tod des Hamburger  Immobiliensammlers Jürgen Rieger vom Tisch. Rieger hatte 2008 Interesse  am Bürohaus Europa in der Tonnaer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heimlich wollte die thüringische NPD über einen Mittelsmann einen  Bürokomplex in Bad Langensalza aufkaufen. Die Pläne wurden zwar bekannt,  die NPD quartiert sich aber bereits ein.<span id="more-355"></span></p>
<p>Sie hatten geglaubt, das Problem sei mit dem Tod des Hamburger  Immobiliensammlers Jürgen Rieger vom Tisch. Rieger hatte 2008 Interesse  am Bürohaus Europa in der Tonnaer Straße in Bad Langensalza in Thüringen  bekundet. Bürgermeister Bernd Schönau (FDP) und auch der Landkreis  Unstrut-Hainich schalteten sich in die Verhandlungen mit den  ortsansässigen Eigentümern ein, um einen Verkauf an Neonazis zu  verhindern. Erfolglos. Dann wurde es ruhig um das Bürohaus.</p>
<p>Nun aber zieht die Landesgeschäftsstelle der NPD in Thüringen in den  weißen vierstöckigen Flachdachbau im Gewerbegebiet. Auch das „Amt  Materialbeschaffung“  der rechtsextremen Partei soll aus Berlin in die  thüringische Provinz verlegt werden, ebenso folgen der Germania-Versand  und ein „Nordthüringenbote“.</p>
<h2>Anonymer Geldgeber wird vorgestellt</h2>
<p>Die NPD hat nach Angaben von Patrick Wieschke, Landespressesprecher  der NPD, einen Nutzungsvertrag mit dem Eigentümerehepaar vereinbart.  Wieschke ist nicht erfreut über das vorzeitige Medieninteresse, denn der  Kaufvertrag sei noch nicht unterschrieben. Zähneknirschend räumt  Wieschke ein, man sei froh, einen „Investor“ gefunden zu haben. Die  Transaktion sollte demnach eigentlich erst in ein paar Wochen mit einer  inszenierten Pressekonferenz an die Öffentlichkeit gelangen. Ein bisher  anonymer Geldgeber und Mittelsmann werde dann – in der für größere  Veranstaltungen vorgesehenen geräumigen Kantine des Gebäudes – von der  NPD vorgestellt, so Wieschke.</p>
<p>„Die Besitzer haben sich mit der Immobilie übernommen. Denen war  jeder Strohhalm recht“, zitiert die „Thüringer Allgemeine“ (TA) den  Bürgermeister Schönau. Das Rentnerpaar hingegen behauptet, das Gebäude  einfach nur „loswerden“ zu wollen. Bis 2008 wollte niemand das massive  Gebäude mit 1600 Quadratmetern Nutzfläche und 2000 Quadratmetern  Grundstück kaufen. Jetzt stehe man am Ende der Kaufverhandlungen,  berichtet die Ehefrau, der Notartermin stehe bereits fest.</p>
<h2>Dritter großer Veranstaltungsort in Thüringen</h2>
<p>Bürgermeister Schönau macht deutlich, dass  er sich von der „großen  Politik“ im Stich gelassen fühle, schreibt die TA. Weder seitens des  Verfassungsschutzes noch des Innenministeriums habe es Hinweise gegeben.  Abgeordnete der Landtagsfraktion der Linken hatten vertrauliche  Hinweise erhalten und sie in die Region weitergegeben. „Mit der  Ansiedlung treibt die NPD ihr Ziel der kommunalen Etablierung der Partei  weiter voran“, warnen Jörg Kubitzki und Martina Renner.</p>
<p>Jetzt sollen alle rechtlichen Möglichkeiten geprüft werden, der NPD  die Immobilie streitig zu machen, bevor sich die Neonazis im Ort  einnisten können. Die Stadt prüft ein mögliches Vorkaufsrecht.</p>
<p>Sollte der Kaufvertrag in Bad Langensalza unterschrieben werden,  verfügt die braune Szene neben dem „Schützenhaus“ in Pößneck und der  „Erlebnisscheune“ in Kirchheim über einen dritten großen Versammlungs-  und Veranstaltungsort in Thüringen, erklärt Martina Renner,  innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Erfurter Landtag.</p>
<h2>Besonders umtriebiger Landesverband</h2>
<p>Gut sichtbar hat die NPD bereits Firmen- und Werbeschilder an der  Straße errichtet. Junge Leute sind täglich vor Ort. Die  schwarz-weiß-rote Parteifahne flattert im Wind. Wieschkes Landesverband  gilt als besonders umtriebig. Allein für 2009 soll ein größerer  fünfstelliger Betrag an Einzelspenden aufgetrieben worden sein.</p>
<p>Diverse kostenlose Regionalzeitungen sind in Gründung oder werden  bereits in der zweiten Auflage herausgegeben wie der  „Nordthüringenbote“. Dessen Redakteur Patrick Weber gibt an, seit dem  14. Lebensjahr in nationalen Kreisen aktiv zu sein. Der  Szene-Unternehmer betreibt den Germania Versand, mit dem er sich in Bad  Langensalza niederlassen möchte.</p>
<p>Ein Beitrag vom 06.08.2010 für den <a href="http://www.bnr.de" target="_blank">&#8220;blick nach rechts&#8221;</a> in Zusammenarbeit mit Andrea Röpke.</p>
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		<title>Alljährlicher Heß-Kult</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Jul 2010 09:59:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Baumgärtner</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Für August dieses Jahres rufen Neonazis intern dazu auf, eine „Aktion  Straßenschilder für Rudolf Heß“ durchzuführen. Der Hitler-Stellvertreter  ist seit seinem Tod 1987 zu einer Kult- und Märtyrerfigur der Neonazis  avanciert.
„Rechtzeitig zum Todestag des Stellvertreters des Führers Rudolf Heß“  verschicken die Macher der neonazistischen Zeitschrift „Schwarze Fahne“  innerhalb der Neonazi-Szene [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Für August dieses Jahres rufen Neonazis intern dazu auf, eine „Aktion  Straßenschilder für Rudolf Heß“ durchzuführen. Der Hitler-Stellvertreter  ist seit seinem Tod 1987 zu einer Kult- und Märtyrerfigur der Neonazis  avanciert.<span id="more-353"></span></p>
<p>„Rechtzeitig zum Todestag des Stellvertreters des Führers Rudolf Heß“  verschicken die Macher der neonazistischen Zeitschrift „Schwarze Fahne“  innerhalb der Neonazi-Szene einen Aufruf zur „Aktion Straßenschilder  für Rudolf Heß“. Dem Schreiben hängt eine „Vorlage zur Beklebung von  Straßenschildern“ an, die sich auf „selbstklebendem, nassklebendem oder  einfachem Papier in DIN-A-3-Format“ mit der Aufschrift „Rudolf-Heß-Str.“  ausdrucken lässt.</p>
<p>Seit im Jahr 2005 durch das Bundesverfassungsgericht der so genannte  „Heß-Gedenkmarsch“ in Wunsiedel verboten wurde, versucht die  Neonazi-Szene durch andere Aktionsformen ihren Heß-Kult  aufrechtzuerhalten. Für Aufsehen sorgte in der Vergangenheit vor allem  die „Rudolf Heß Tour“, bei der 2007 ein LKW mit dem Konterfei Heß&#8217; durch  verschiedene Städte tourte.</p>
<h2>Zum Gedenken ein Fußballturnier</h2>
<p>Im vergangenen Jahr sollten dann in über 100 Städten so genannte  „Flashmobs“ stattfinden, bei denen Neonazis schnell zusammen kommen und  versteinert stehen bleiben sollten, um am Ende die Schlussworte des  Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß während der Nürnberger Prozesse zu  verlesen. Tatsächlich fanden dann aber nur wenige dieser Zusammenkünfte  statt. Im Vogtland gedenken Neonazis ihres Märtyrers seit Jahren durch  ein Fußballturnier. Das so genannte „Rudolf-Heß-Gedenkturnier“ soll Ende  August bereits zum 10. Mal stattfinden.</p>
<p>Aufkleberaktionen, Schmierereien und Transparente zu Ehren des am 17.  August 1987 durch Selbstmord umgekommenen NS-Kriegsverbrechers gehören  dagegen seit Jahren zum Standardrepertoire der Szene. Mit der nun  verschickten Druckvorlage ist auch in diesem Jahr wieder mit massiven  Sachbeschädigungen und Propagandaaktionen zu rechnen.</p>
<p>Eine Meldung für den <a href="http://www.bnr.de" target="_blank">&#8220;blick nach rechts&#8221;</a>.</p>
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		<title>Schwieriger Start</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Jul 2010 17:21:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Baumgärtner</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Die „Bürgerbewegung pro Deutschland“ wirbt vergeblich um den Berliner  CDU-Abtrünnigen René Stadtkewitz als Spitzenmann für die Wahlen im  nächsten Jahr – Mitte August wollen die Rechtspopulisten ihr  Hauptstadt-Büro eröffnen.
„Pro Deutschland“ muss in Berlin kleinere Brötchen backen als noch  vor einem halben Jahr erwartet. Das Buhlen um Bündnispartner war bisher  erfolglos; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die „Bürgerbewegung pro Deutschland“ wirbt vergeblich um den Berliner  CDU-Abtrünnigen René Stadtkewitz als Spitzenmann für die Wahlen im  nächsten Jahr – Mitte August wollen die Rechtspopulisten ihr  Hauptstadt-Büro eröffnen.<span id="more-351"></span></p>
<p>„Pro Deutschland“ muss in Berlin kleinere Brötchen backen als noch  vor einem halben Jahr erwartet. Das Buhlen um Bündnispartner war bisher  erfolglos; das große Geld des angeblichen Sponsors Patrik Brinkmann  bleibt aus; und einer der Funktionäre der selbst ernannten  „Bürgerbewegung“ sorgt durch tatsächliche oder angebliche private  Verfehlungen dafür, dass es in den eigenen Reihen, aber auch bei der  Schwesterorganisation „pro NRW“ gehörig kracht.</p>
<p>Zu gerne hätte die Truppe rund um Manfred Rouhs René Stadtkewitz als  Spitzenmann gewonnen. Der Abgeordnete ist bekannt in der Stadt und im  Augenblick in den Schlagzeilen, weil er partout nicht auf die  Durchführung einer Veranstaltung mit dem niederländischen  Rechtspopulisten Geert Wilders verzichten mag. Dafür soll Stadtkewitz  nun aus der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus ausgeschlossen werden, der  er immer noch angehört, obwohl er sein Parteibuch bereits im vorigen  Herbst zurückgegeben hatte. Zudem ist der 45-Jährige stellvertretender  Bundes- und Landesvorsitzender des antiislamischen Vereins „Pax Europa“.</p>
<h2>„Übereinstimmende politische Ziele“</h2>
<p>Ihn hätte „pro Deutschland“ gut gebrauchen können, ist das eigene  Personal doch eher weniger vorzeigbar oder muss sich wie der  Parteivorsitzende Manfred Rouhs nachsagen lassen, bei „pro Deutschland“  nur fortsetzen zu wollen, was er zuvor bei anderen extrem rechten  Formationen wie der NPD, den Republikanern oder der Deutschen Liga für  Volk und Heimat mehr oder weniger erfolglos begonnen hatte.</p>
<p>Er werde nicht für „pro Deutschland“ antreten, versicherte  Stadtkewitz nun. Ende Mai hatte er gar erklärt, es gebe „weder einen  direkten noch einen indirekten Kontakt“ mit der „pro-Bewegung“, der er  im Übrigen vorhielt, mit Extremisten zu paktieren.</p>
<p>„Pro NRW“-Generalsekretär Markus Wiener erinnert sich anders. Man  habe doch in Köln ein „sehr zielführendes Gespräch“ geführt:  Stadtkewitz, der „pro Köln“-Stadtrat Jörg Uckermann und er, Wiener. Sie  hätten „viele übereinstimmende politische Ziele feststellen können“,  meint Wiener. Differenzen seien lediglich „im Promillebereich“ zu  finden. Er macht sich und seiner Rechtspopulistentruppe Mut, dass es  doch noch klappen könnte: „Da ist auch das letzte Wort noch nicht  gesprochen, wer in welcher Form mit wem in Zukunft zusammenarbeiten  kann.“</p>
<h2>„Brücken bauen, die zu neuen Formen finden“</h2>
<p>Auf verschiedenen Ebenen versucht man nun, die zumindest offiziell  nicht vorhandene Sympathie von Stadtkewitz gegenüber „pro“ doch noch zu  erlangen. Man habe ihm Räumlichkeiten für die Wilders-Veranstaltung  angeboten, was dieser jedoch ablehnte, erklärte Rouhs auf Nachfrage. Aus  „Respekt“ würden daher am 2. Oktober auch keine „bekannten Vertreter“  der „pro“-Truppe auftreten.</p>
<p>Die Möglichkeiten der Zusammenarbeit ausloten will Patrik Brinkmann.  Er wolle die Spitzen der „pro“-Gruppierungen, der Republikaner, Geert  Wilders’ „Partij voor de Vrijheid“ (PVV), Stadtkewitz „und alle  selbstdenkenden Politiker“ zu einem Dialog einladen, erklärte der  schwedische Unternehmer in der vorigen Woche. Aus der Absage von  Stadtkewitz an eine Kandidatur für „pro Deutschland“ folgert Brinkmann,  dass bereits über die Rouhs’sche „Bürgerbewegung“ hinaus gedacht werden  solle: „Dann müssen wir eben Brücken bauen, die zu neuen Formen finden.  Es darf hier nicht um Namen oder Personen gehen, sondern um die Sache.“</p>
<h2>Wenig erfreuliche Details im Parteileben</h2>
<p>Dabei setzt er offenbar darauf, dass der Besuch von Wilders Anfang  Oktober in Berlin quasi als Katalysator für die Einigungsbemühungen der  rechtspopulistischen Gruppierungen in der Hauptstadt wirken könnte.  Brinkmann: „Ich bin davon überzeugt, dass Geert Wilders mit seiner  großen politischen Erfahrung längst weiß: Allein und gegeneinander wird  sich in Berlin nichts verändern. Und wenn sich in Berlin nicht 2011 eine  frische und wirklich demokratische Kraft etabliert, dann wird dies auch  nicht für die nächste Europawahl möglich sein.“ Manfred Rouhs sieht die  Sache realistischer und eine vereinigte Rechte scheinbar in weiter  Ferne: „Ein Bündnis mit einer kleinen, politisch rechtsgerichteten  Partei in Deutschland wäre für Herrn Wilders in den Niederlanden  kontraproduktiv“.</p>
<p>Doch bevor sich Brinkmann ums Große und Ganze kümmern kann, um das es  ihm stets bevorzugt geht, musste er sich offenbar um wenig erfreuliche  Details im Parteileben der „pro-Bewegung“ kümmern. Ronald Micklich, seit  dem Sommer 2009 stellvertretender Vorsitzender von „pro NRW“ und  Bezirksvorsitzender im Rheinland, ließ am Dienstag kurz und knapp  wissen, dass er mit sofortiger Wirkung aus der Partei austrete.</p>
<h2>Querelen aus Nordrhein-Westfalen</h2>
<p>Micklich ist nicht irgendwer. Er war bei der Vorbereitung des  Landtagswahlkampfs unentbehrlich, sowohl bei den vorbereitenden  Versammlungen in den Wahlkreisen als auch später als Haus- und  Hoftechniker von „pro NRW“. Wichtiger noch: Er ist Stadtrat im  heimischen Leichlingen und Kreistagsmitglied im Rheinisch-Bergischen  Kreis. Unter der Überschrift „Crash: Pro Deutschland Politiker begibt  sich ins Abseits“ verriet er, was Grund für den Streit war, der auch  „Herrn Brinkmann“ beschäftigt habe. Er warf einem namentlich genannten  „pro D“-Funktionär vor, dieser habe beim Bundesparteitag Mitte Juli  nichts Besseres zu tun gehabt, „als sich der Gattin von R.M., die an  dieser Veranstaltung teilnahm, zu nähern“. Weitere Details zu schildern,  verbiete der „gute Ton“. Zugleich klagte Micklich über  „Erpressungsversuche“ jenes „pro D“-Politikers. Inzwischen scheint der  Konflikt beigelegt und der Leichlinger „pro“-Politiker nun doch weiter  im Amt zu sein.</p>
<p>In Berlin scheint man sich um die Probleme in Nordrhein-Westfalen  nicht kümmern zu wollen. Mitte August steht die Eröffnung des  Hauptstadt-Büros an, und wenige Wochen später soll der Auftakt für eine  Veranstaltungsreihe sein. Dabei könnten sich die Querelen aus NRW als  durchaus negativ für den Berliner Landesverband erweisen, gilt doch der  von Micklich angegriffene „pro“-Funktionär als einer der  Spitzenkandidaten für Berlin 2011.</p>
<p>Ein Beitrag für den <a href="http://www.bnr.de" target="_blank">&#8220;blick nach rechts&#8221;</a> in Zusammenarbeit mit <a href="http://nrwrex.wordpress.com" target="_blank">Tomas Sager</a>.</p>
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		<title>Hetze gegen Migranten und Muslime</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Jul 2010 12:10:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Baumgärtner</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Lediglich an die 80 Anhänger waren zum großspurig angekündigten  Parteitag von „pro Deutschland“ nach Berlin gekommen – mehrere hundert  Gegendemonstranten versuchten, die Veranstaltung der  Rechtspopulistentruppe im Schöneberger Rathaus zu blockieren.
Am 17. Juli fand in Berlin der 4. Bundesparteitag der  antimuslimischen „Bürgerbewegung pro Deutschland“ statt. Trotz  großspuriger Ankündigungen fanden keine 100 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lediglich an die 80 Anhänger waren zum großspurig angekündigten  Parteitag von „pro Deutschland“ nach Berlin gekommen – mehrere hundert  Gegendemonstranten versuchten, die Veranstaltung der  Rechtspopulistentruppe im Schöneberger Rathaus zu blockieren.<span id="more-348"></span></p>
<p>Am 17. Juli fand in Berlin der 4. Bundesparteitag der  antimuslimischen „Bürgerbewegung pro Deutschland“ statt. Trotz  großspuriger Ankündigungen fanden keine 100 Parteianhänger den Weg ins  Schöneberger Rathaus, wo an diesem Tag Hetze gegen Migranten und Muslime  auf der Tagesordnung stand.</p>
<p>Der Zutritt zum Schöneberger Rathaus gestaltete sich am vergangenen  Samstag mehr als schwierig. Zwischen Flohmarkt und Polizeiabsperrungen  versuchten mehrere hundert Menschen trotz drückender Hitze durch  Blockaden den Parteitag der „Bürgerbewegung pro D“ zu verhindern. Als  sich eine Gruppe „pro“-Anhänger dem Rathaus näherte, setzten sich die  ersten Menschen sofort auf den Boden. Nach kurzen Rangeleien wurden die  Rechtspopulisten mit einem Polizeitransporter auf die andere Seite des  Rathauses gefahren und fanden so ungestörten Zugang ins Schöneberger  Wahrzeichen. Ganz im Gegensatz zu vielen Pressevertretern, die von den  Polizeibeamten abgewiesen wurden. Erst durch unzählige Beschwerden gaben  die Beamten den Weg für sie frei.</p>
<h2>„Dem Dreckspack gleich eine reinhauen“</h2>
<p>Um kurz vor 15:00 Uhr hatten kaum 30 Anhänger der „pro“-Bewegung den  Weg in den Sitzungssaal gefunden, der mit vier verloren wirkenden  schwarz-rot-goldenen Fahnen ausgeschmückt war. Ein Großteil der  Anwesenden war weit über 40 Jahre alt, man unterhielt sich erregt über  die Demonstranten vorm Rathaus. „Dem Dreckspack müsste man gleich eine  reinhauen“ sagte eine ältere Frau.</p>
<p>Bevor Jacques Cordonnier, von der extrem rechten Partei „Alsace  d’abord“ („Das Elsass zuerst”), über die „Gefahr“ des Islam als einer  „fremden Kultur auf unserem Boden“ sprach, eröffnete Manfred Rouhs die  Versammlung und ließ über Satzungsänderungen abstimmen. Wesentlichste  Veränderung ist die Verlegung des Parteisitzes nach Berlin.</p>
<h2>Pläne für 2011 finanziell unrealistisch</h2>
<p>Bundesschatzmeister Tilman Reichelt stellte den Rechenschaftsbericht  vor. Demnach hat die „pro“-Truppe im vergangenen Jahr 13 000 Euro  eingenommen, wobei ein Drittel aus Mitgliedsbeiträgen und zwei Drittel  aus Spendengeldern stammen. Bedenkt man die von Rouhs monatlich  eingeplanten 5000 Euro für den Wahlkampf in Berlin, erscheinen die  angekündigten Pläne für 2011 schon finanziell unrealistisch.</p>
<p>Der „älteste Auslandskontakt“ der „pro“-Bewegung, die extrem rechte  Partei Vlaams Belang aus Belgien, fehlte auch auf diesem Parteitag  nicht. Neben dem Fraktionsvorsitzenden Filip Dewinter, sprach auch der  Antwerpener Ex-Polizist Bart Debie, der unter anderem wegen  Körperverletzung im Dienst verurteilt wurde. Seine Opfer waren  überwiegend Menschen mit Migrationshintergrund.</p>
<p>Am aggressivsten trat Lars Seidensticker, seines Zeichens  Geschäftsführer von „pro-Berlin“ und kommender Kandidat für das  Abgeordnetenhaus, am Mikrofon auf. Er bezeichnete die Demonstranten auf  der Straße als „Nazis“ und hetzte gegen Muslime und den rot-roten Senat.  Wofür er immer wieder tosenden Beifall des mittlerweile – dank eines  Reisebusses aus Köln – auf knapp 80 Personen angewachsenen Publikums  erntete.</p>
<h2>„Hauptstadt von Schwulen und Sozialisten regiert“</h2>
<p>Kein Blatt vor den Mund nahm der in Berlin lebende Millionär Patrik  Brinkmann, der erst vor wenigen Monaten von der DVU zur „pro“-Bewegung“  wechselte. „Willkommen in der deutschen Hauptstadt, die leider von  Schwulen und Sozialisten regiert wird“, begrüßte er die Gäste und  Parteimitglieder. Brinkmann, der aufgrund von Unstimmigkeiten schon im  Vorfeld ankündigte, nicht mehr für einen Vorstandsposten zur Verfügung  zu stehen, ist die finanzielle Hoffnung für den geplanten Wahlkampf von  „pro  Deutschland“. Unverschleiert verbreitete er seine antiislamische  Hetze: „Erst wenn die letzte Moschee in Berlin geschlossen ist, können  wir wieder sagen, das ist unsere Heimat.“</p>
<p>Zwar ist es für Prognosen über mögliche Wahlerfolge von „pro  Deutschland“ noch zu früh, doch eines ist sicher, umstrittene Politiker  wie das ehemalige CDU-Mitglied René Stadtkewitz, fischen im selben  antimuslimischen Wählerbecken und werden „pro“ nicht ohne Weiteres das  Feld überlassen.</p>
<p>Laut einem rassistischen Szene-Blog, plant Stadtkewitz, der nicht nur  Mitglied im Berliner Abgeordnetenhaus ist, sondern auch  stellvertretender Bundesvorsitzender der antimuslimischen  „Bürgerbewegung Pax Europa“, im Oktober dieses Jahres eine Veranstaltung  in Berlin mit dem Rechtspopulisten Geert Wilders aus den Niederlanden.</p>
<p>Ein Artikel für den <a href="http://www.bnr.de" target="_blank">&#8220;blick nach rechts&#8221;</a>.</p>
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		<title>Zersplitterungstendenzen</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Jul 2010 13:16:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Baumgärtner</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Online]]></category>

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		<description><![CDATA[Während am Samstag bei Salzwedel in der Altmark die „Freien  Nationalisten“ ihr „Schottenfest“ durchführten, gab es zeitgleich in der  Nähe ein Bikertreffen um die Hells Angels-nahen „Red Devils“.
Auf dem Gelände einer stillgelegten Molkerei in Wallstawe bei  Salzwedel veranstalteten die „Freien Nationalisten Altmark West“ am  vergangenen Samstag ihr „Schottenfest“. In den internen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Während am Samstag bei Salzwedel in der Altmark die „Freien  Nationalisten“ ihr „Schottenfest“ durchführten, gab es zeitgleich in der  Nähe ein Bikertreffen um die Hells Angels-nahen „Red Devils“.<span id="more-346"></span></p>
<p>Auf dem Gelände einer stillgelegten Molkerei in Wallstawe bei  Salzwedel veranstalteten die „Freien Nationalisten Altmark West“ am  vergangenen Samstag ihr „Schottenfest“. In den internen Einladungen  waren „Tauziehen, Baumstammwerfen, Hantellauf“, Gewichte schleppen und  andere Mannschaftswettkämpfe angekündigt worden. Auf Schottenrock, Boots  und „Kriegsbemalung“ verzichteten die meisten Teilnehmer bei der Hitze  dann doch.</p>
<p>Geschickt wurde das überregionale Neonazi-Treffen am 3. Juli in der  Altmark als privates „Familienfest“ deklariert.  Die informierten  Einsatzkräfte der Polizei hätten „keine Handhabe“ dagegen vorzugehen,  informierte sich ein Mitarbeiter von „Miteinander e.V.“ „Maßnahmen vor  Ort“ seien nicht erforderlich gewesen, bestätigt die Revierleiterin aus  Salzwedel. Aber im Vorfeld der Veranstaltung habe eine Begehung des  Geländes gemeinsam mit dem Ordnungsamt stattgefunden.</p>
<h2>Bullige Neonazis in rotkarierten Faltenröcken</h2>
<p>Neben Neonazis aus der regionalen Szene im Raum Salzwedel und Stendal  reisten Angehörige der Freien Kräfte aus den niedersächsischen Orten  Schneverdingen, Uelzen, Celle und Hannover an. Mit Tarnnetzen hatten die  Organisatoren um Toni Bliesener versucht, die Sicht auf das  Molkereigelände einzuschränken. Eine Hüpfburg für Kinder war jedoch gut  erkennbar. „Das Ganze hatte einen erschreckend normalen, fast familiären  Charakter“, berichtet der Miteinander-Experte. Bullige Neonazis mit  freiem Oberkörper und rotkarierten Faltenröcken rannten zwischen den  Zelten umher, einige kontrollierten den Zufahrtsweg.</p>
<p>Während an dem letzten „Schottenfest“ der Szene vor zwei Jahren in  Jeggeleben noch rund 200 Rechte teilnahmen, beschränkte sich die Zahl  der Anwesenden in diesem Jahr auf etwa 80. Das mag zum Teil der Tatsache  geschuldet sein, dass einer der wichtigen Akteure in Untersuchungshaft  sitzt, ihm werden Zollverstöße vorgeworfen. Auch erschien der Nachwuchs  aus Gardelegen und Klötze nicht.</p>
<h2>Rocker mit „White-Power“-Keltenkreuz-Shirt</h2>
<p>Doch schwerer wiegt wohl die Tatsache, dass zum gleichen Zeitpunkt  ein Bikertreffen in der Nähe stattfand. Im Juni 2009 hatte sich nach  Recherchen des „Antifaschistischen Info-Blatt“ (AIB) das Hells  Angels-nahe „Red Devils Charter Salzwedel“ gegründet. Aktueller  Präsident des Clubs ist demnach der langjährig führende Szene-Aktivist  Kay Schweigel, der noch als organisierter Rocker gern ein „White  Power“-Keltenkreuz-Shirt unter seiner Kutte tragen soll. Kurz vor der  Clubgründung nahm Schweigel mit den Freien Nationalisten Altmark West am  Neonazi-Aufmarsch in Lüneburg teil.</p>
<p>Die Seiten wechselte scheinbar auch Mirko Appelt, Organisator des  „Selbstschutz Deutschland“. Er soll nach AIB-Informationen Anwärter der  Hells Angels sein. Kaum verwunderlich also, dass ein Kommentar auf der  Homepage der Neonazi-Kameradschaft gereizt klingt, wenn von „internen  Veränderungen“ die Rede ist.  Die Reste-Riege betont: „Wir gehören nicht  zu den Red Devils und das wird auch so bleiben denn wir sind: ‚frei,  sozial und national’“.</p>
<p>Ein Artikel für den <a href="http://www.bnr.de" target="_blank">&#8220;blick nach rechts&#8221;</a> in Zusammenarbeit mit Andrea Röpke!</p>
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